| Restauration eiener Brugnetti Simona Top

 
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Ein Schnäppchen beim ebay, ha es gibt sie also doch noch!
Eine schicke alte italinische Espressomaschine, Liebe auf den ersten Blick sozusagen...
Kurz schlau gegoogelt, aha: abgesehen von ein paar ergonomischen Details scheint das ja ein grundsolides Ding zu sein.
3,2,1 meins!

Der Ausgangszustand:

 

weiter geht's:

 

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Der erste Blick: Oh Graus, total veranzt das Ding!

 

Der Lack total abgesplittert, offensichtlich mal ordentlich heiss gelaufen, die Kleine. Der Brühkopf ist voll altem Kaffeeranz.
Der erste Blick nach innen offenbart noch Schlimmeres! Unmengen von Kalk auf dem Kessel, überall Kaffeesiff in der Maschine (ob die wohl mal explodiert ist?). Aus dem Dampfrohr läuft eine Tiefgrüne Flüssigkeit!

Nachdem mir nun klar war, dass es sich hier nicht um eine funktionsfähige Maschine mit zwei fehlenden Schaltern handelt sondern um einen Totalschaden, machte mir auch kurz Gedanken den Deckel wieder draufzusetzen und das Ding als Totalverlust abzuschreiben.
Andererseits kann man sie ja mal aufschrauben, der Kessel scheint zumindest noch in Ordnung...

Ein befreundeter Elektriker meint dann auch nach kurzer Bedenkzeit so müsste se funktionieren, Schalter schnell gekauft Manometer ausgewechselt (das Original steht bei 1 Bar) und ans Netz geworfen.

Immerhin, sie brummt, wenn auch wie ein ganzes Umspannwerk! Heizt auch! Muss doch irgendwann mal aufhören, hmm, heizt über die rote Markierung bei 1,5 Bar raus, Überdruckventil zischt, Dampfrohr zischt schon länger... Ah Heizung reguliert ab bei 1,6 Bar. Maschine brummt trotzdem nicht sehr vertrauenswürdig.

Testkonfiguration #1:

 

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Was aus dem Kessel rauskam war nicht lustig, das Foto zeigt schon die dritte Spülung! Der Heizstab sah aus wie ein Tropfstein, die total verbrannten Dichtungen untermauern meine Überhitzungstheorie.

3. Kesselspülung nach ca. 200g Citronensäure:

 

Reste verbrannter Dichtung des Thermosyphons:

 

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Als ich feststelle, dass das Rohr der Dampfrückführung selbst nach tagelangem rumliegen im Kaffeefettlöser einfach dicht ist, und das auch bleibt, es wurde auch schon dreimal angebohrt, aber da hilft jetzt nix mehr! Da muss n neues Rohr hin, da wird mir nebenbei noch einiges Klar, von wegen seltsam Verkabelt, die Italiener. Das waren gar nicht die Spaghettis. Das Magnetventil zur Dampfrückführung wurde kurzerhand an den Hauptschalter gehängt. Die Dampfrückführung quasi lahmgelegt. Das erklärt auch das beim Heizen ständig Wasser aus der Dusche läuft.

Pumpenhalterung mit Gaffa und 3-fach angebohrte Dampfrückführung:

 

Langsam schöpfte ich auch wieder mehr Mut, dass ich irgendwann einmal Kaffee mit dieser Maschine zubereiten werde.

Schnell noch ein paar Standardersatzteile organisiert. Siebträger (war nicht im Lieferumfang), Duschensieb, Siebträgerdichtung, Kupferdichtungen, Teflondichtungen, Manometer, mmh wieso scheint es eigentlich keinen passenden Thermostaten zu geben?
Und wieso wurde die Niveausonde gekürzt?

 

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Blöderweise findet man kaum Material zu dieser Maschine im Netz, immerhin sind fast nur Standardbauteile verwendet, die alle problemlos zu kriegen sind. Ich habe aber dann doch beschlossen, dass da ein Pressostat hingehört, eben auch ein Standardbauteil und nicht so ein komisches (Waschmaschinen?-)Thermostat.

 

Waschtag:

 

Also Ersatzteile bestellt, und fix machen zum Zusammenbauen. Und wurde leider noch durch die alte Brühkopfdichtung aufgehalten, die war richtig reingebrannt, wie Bakelit. Musste ich in zig Teilen rausmeisseln, was mich zu so manchen Fluch verleitet hat.

 

Bereit für den Strom:

 

Die Brühkopfdichtung (endlich draussen):

 

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Danach ging aber alles ziemlich glatt! Der erste Versuch verläuft erfolgversprechend!
Erste Sahne! Einen ganzen Nachmittag am Laufen, ein halbes Dutzend Kaffee gezapft, alles paletti, Dampf passt auch, alles fein.

Sie ist wirklich so schlank!:

 

Die Erste braune Brühe (der Zweite war viel schöner!):

 

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Am nächsten Morgen hab ich dann nochmal einen kleinen Schock gekriegt. Schalt das Ding ein zum anheizen lauf weg um den Rechner hochzufahren, da hör ich sie schon rattern, Pumpe läuft, beide Magnetventile offen, Schock! Elektronikschaden!
Das muss ich aber auf meine Kappe nehmen, war dann auch schnell behoben, ich hatte beim zusammenbauen der Steuereinheit wahrscheinlich eine Leiterbahn angekratzt, die nach ein paar Betriebsstunden beschlossen hat sich aufzulösen, schnell eine Kabelbrücke gelötet und gut ists.

Nun hat sie einen Halbtagsjob bei mir zu Hause, befristet erst mal auf 20 Jahre. Ich denke wir haben uns auch schon angefreundet, na ich mit ihr immerhin schon.

Auch wenn ich letztendlich für die Kohle eine Top-gepflegte haben können hätte; falls sie wieder mal ein Problem hat, weiss ich bestimmt wo der Schuh drückt. Und wäre ihr wirklicher Zustand bei ebay nicht verschwiegen worden, würde sie jetzt nicht meine Küche zieren. Irgendwann mal schleife ich das Gehäuse ab und gönn' ihr eine neue Lackierung.

Soweit zu meiner Simona.